Folge #25 · 29.02.2020 · Dauer 01:01:16

CFWU 24 - Smile, even if it's a crabby landing

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Hier geht um die verschiedenen Autothrottle Systeme von Airbus und Boeing, und die Herausforderungen eine Starkseitenwindlandung.

Kapitel (10)
  1. 00:00:00 Einsprecher zur Qualität
  2. 00:00:56 Begrüssung
  3. 00:02:42 Steffens Flug in Singapur
  4. 00:11:40 Framing
  5. 00:15:42 Welche Ausfahrt
  6. 00:26:30 Finalreport UAE521, A/T Boeing vs Airbus
  7. 00:39:15 Tailstrike B747
  8. 00:45:39 Crosswind Landungen
  9. 00:57:39 Geschichte aus der Kabine
  10. 01:00:43 Verabschiedung

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Transkript

00:00:00Speaker 1 Hallo Leute, willkommen an Bord von Folge 25. com Fly Wissert Podcast zusammen von Olli und mir, Steffen, der gerade mal alleine spricht. Keine Angst, Olli kommt später noch dazu. Das ist nur ein kleiner Einsprecher für einen. Interview, was wir gehalten haben mit Oliver Brock, Doc Brock genannt, einem Fliegerarzt, mit dem wir schon mal seit längerem sprechen wollten Dieses Interview ist am Ende 40, glaube ich 45 Minuten lang geworden, sodass wir eigentlich in dieser Folge nur eben das Interview veröffentlichen werden.

00:00:33Speaker 1 Vielen Dank für eure Geduld, dass ihr uns solange immer noch sozusagen am Ball geblieben seid. Die Episode hat jetzt auch mal wieder ein bisschen länger gedauert, bis sie sozusagen aufgenommen wurde. Heute ist der 18. März abends. Und der Grund dafür ist ziemlich simpel. Ich habe, wie ihr vielleicht der Presse, also wirklich, man kann es ja dem ja nicht mehr entgehen, entnommen hat. Ich habe relativ viel Freizeit, leider gerade, weil meine Flotte praktisch fast im Stillstand steht.

00:01:03Speaker 1 Es gibt noch einige wenige Flüge, die. nach Bangkok unternommen werden und dann zurückkommen, aber dann steht meine Flotte. Mein nächster Einsatz wird irgendwann Ende April sein, vielleicht auch früher. Ein Simulator, den ich dann brauche, aber ansonsten steht nichts im Plan. Ich habe zwar viel Zeit, aber Olli hat überhaupt keine Zeit, weil Fracht ist gebraucht, wie noch nie. Da wird geflogen ohne Ende, das heißt, den erwische ich irgendwie kaum. Vielleicht werde ich mir mal ein anderes Format überlegen müssen, während ich ein bisschen mehr Zeit habe und Olli gar nicht.

00:01:34Speaker 1 Vielleicht, keine Ahnung, holen wir mehr von euch mit an Bord. Ich weiß es noch nicht, sind wir noch am überlegen. Auf jeden Fall haben wir jetzt ein Interview aufgenommen. Es ist mit einem Pflegeaser aus Hamburg, den ich schon ein bisschen länger kenne. Hört einfach mal rein, vielleicht gefällt es euch und das Thema Covid kommt da auch ganz kurz vor, ist aber überhaupt nicht das Hauptanliegen dieses Gesprächs gewesen. Viel Spaß, habt viel Freude dran. Tschüss, bis gleich.

00:02:04Speaker 1 Und dann heiße ich jetzt Doc Brock, willkommen in unser kleinen Podcast, wie nennt man das, unsere Comfly ist das Fliegerstroh sozusagen. Hallo, hallo Olli. Hallo, guten Abend. Und hallo Olli.

Speaker 2 Ja, hallo Steffen und hallo Olli. Es wird sehr lustig mit dem Namen. Ich hoffe, dass es okay ist, wenn wir vielleicht. Box sagen, ich glaube, das wird ein paar Verwirrungen vielleicht weniger dann geben.

Speaker 3 Ja, genau, sonst machst du da noch ein bisschen ärztliche Beratung, Olli, und das ist alles fein.

00:02:38Speaker 3 Und ich erzähle was zum Cockpit von der 777, wovon ich Auch nur ansatzweise ein bisschen was weiß, aber natürlich nicht besonders viel.

Speaker 1 Na, ich finde das gerade toll. Also, also liebe Gemeinde, die zuhören, wir haben jetzt zum ersten Mal so einen richtigen Akademiker in unserem Podcast. Ja, doch, und zwar ist Oliver Brock, genannt Doc Brock, ist ein Fliegerarzt aus Hamburg, der hat überall mal reingeschnüffelt, weiß ich. Ich kenne ihn auch persönlich. Wir haben einen kleinen Fliegerstammtisch in Hamburg, wo wir gelegent mal beim Bierchen begrüßen können.

00:03:12Speaker 1 Und ich weiß, du machst so unheimlich viel. Ich sage immer, wenn ich von dir rede, wenn einer ein neuseeländisches Medical haben möchte für sein. Neuseelischen Pilotenschein, dann muss er dich an dich wenden. Oder wenn er wenn er auf Bohrplattform arbeiten möchte.

Speaker 3 Zum Beispiel, also ganz kurz.

Speaker 1 Ja, mach mal, erzähl doch mal ganz kurz.

Speaker 3 Kurzer Abriss, ich bin Facharzt für Allgemeinmedizin, habe eine ganz normale Hausarztpraxis im Norden von Hamburg, mache aber auch schon seit über 20 Jahren Flugmedizin.

00:03:42Speaker 3 Hab da angefangen, als ich mal zwei Jahre bei Lufthansa selbst gearbeitet habe und habe mich dann nachher damit auch selbstständig gemacht Macht das also mit großem Vergnügen mit Spaß. Nebenher noch ein bisschen Arbeitsmedizin, aber eben auch diese Specials wie zum Beispiel Offshore-Plattformuntersuchung. wo die Leute dann mal auch nur so ein Medical brauchen. Ähnlich wie ein Pilot, nur dass sie halt auf irgendeiner Bohrinsel rumsitzen oder auf einer Windkraftanlage oder so. Das ist auch ganz spannend.

00:04:12Speaker 3 Und nebei, ich bin selber auch Privatpilot seit, ach, weiß ich nicht. 1982? Ja, kommt hin. Mit ein bisschen Pause und bin auch heute noch fliegerisch gerne aktiv hier in der Bremen FRA. Dadurch ab und zu mal rum bin im großen Fliegerclub hier in Hamburg, auch im Vorstand und ja, freue mich des Lebens. Zum einen Flieger hat es leider noch nicht gereicht, aber man muss ja noch Ziele haben.

Speaker 1 Keine Sorge, habe ich auch nicht.

00:04:42Speaker 3 Ja, und das wollte ich noch kurz sagen. Mein medizinisches Hobby ist eben die Flugmedizin. Und deswegen habe ich mich da auch so ein bisschen mehr noch mit befasst und. habe dann eben nicht nur die Zulassung für europäische Medicals, sondern auch noch für australische und für neuseeländische Medicals gemacht. Das hat sich zufällig ergeben. Aber es ist interessant und spannend, auch die Systeme zu vergleichen. Das ist ähnlich wie zwischen verschiedenen Fluggesellschaften oder Managementoptionen.

00:05:15Speaker 3 was die Sicherheitsdenker angeht oder so, das ist bei den verschiedenen Ländern und Kontinenten tatsächlich auch ein bisschen Unterschied.

Speaker 1 Mich würde eigentlich nur interessieren, wie oft kommt denn so ein Neuseeländer zu dir hin oder ein Deutscher hin und will in Neuseeland fliegen?

Speaker 3 Ja, öfter als man denkt. Also tatsächlich ungefähr, boah, schätz mal. Ein bis zweimal im Monat kommt das wohl vor, Neuseeländisch oder Australisch. Das sind manchmal

00:05:45Speaker 3 Leute von dort, die zum Beispiel ein Hubschrauber auf einer VIP-Yacht fliegen. Diese Yacht liegt halt zufällig gerade im Mittelmeer und der braucht neuseeländisches Medical. Also es ist für ihn kürzer natürlich, kurz nach Hamburg zu fliegen, Medical machen. Und wieder zurück. Ja, es ist dekadent, aber es ist tatsächlich so. Ja, läuft es halt dann. Und ich habe aber auch einige Deutsche, die dann in Australien oder Neuseeland entweder fliegen lernen wollen oder auch einen Job kriegen. Ich habe auch schon jemanden gehabt, eine österreichische Fluglotsin, die dann nach Australien gegangen ist, um dort Flieger zu lotsen.

00:06:22Speaker 3 Ganz spannende, ganz spannende Schicksale dabei.

Speaker 1 Ja, hört sich jetzt nicht so schlecht an, also Albert. Ja, aber vor allen Dingen, du bist ja vor allen Dingen bei uns hier in den Podcast reingekommen, wo du uns natürlich so ein bisschen unseren unfachmännischen Geschwafel über Fliegerarzte und wie wir mit denen umgehen, so ein bisschen zugehört hast. Das hat ja wahrscheinlich so ein So ein bisschen in die Magengrube gedrückt und hast dann auch gleich Kommentare geschrieben. Weil du uns interessanter war, sie ja auch zufällig gefunden hattest. Fand ich sehr auch spannend, weil ich habe, wir haben ja nie darüber geredet, obwohl wir es persönlich kennen, dass wir

00:06:54Speaker 1 diesen Podcast machen und dann hast du dann haben wir gesagt, wir müssen mal mit dir reden und um vor allem ich glaube als wir damals Als du dich da reingegrägt hast, war das ja diesen leider traurigen Fall von dem German Wings Crash, dem Suizid sozusagen. Und Und was das bei uns in der Pilotengemeinde ausgelöst hat, die ganzen Regelungen, die ganzen Änderungen, die da passiert sind, dass wir so ein bisschen gesagt haben, okay, jetzt Wird man noch so ein Vertrauen zu seinem Fliegerarzt haben, wenn der jetzt noch versucht, seine Psyche zu durchleuchten und daraus irgendwas, was man ja denn nicht so

00:07:32Speaker 1 so handhab ist, ne? Also wenn ich einen falschen Herzping habe oder einen Blutwert kaputt ist, dann kannst du sagen, hier, guck mal. Aber wenn du jetzt irgendwie denkst, so ich bin komisch und Mir geht es nicht so gut und ich bin gar depressiv. Wie begegnet so ein Fliegerarzt diesem Vertrauensverlust vielleicht, den man so als Pilot haben könnte?

Speaker 3 Das Wesentliche ist im Grunde genommen, dass man so ein bisschen auf beiden Seiten glaubwürdig ist. Das heißt, der Pilot hat seine Erfahrungen im Cockpit. In der Regel natürlich immer mehr.

00:08:04Speaker 3 Und wer schon ein paar Jahre dabei ist, hat schon mehrere hundert oder tausend Flugstunden auf dem Puppel. Und das merkt man auch. Wenn ein Flugschüler kommt, ist es ganz anders. Der weiß von nichts, der weiß auch nicht die Belastungen im Cockpit, was auf ihn zukommen kann. Auf der anderen Seite als Fliegerarzt ist es immer gut, wenn man Selbst auch viel geflogen ist. Entweder selbst geflogen oder mitgeflogen im Cockpit ist auch immer eine gute Idee Aber die Glaubwürdigkeit kommt im Grunde genommen so ähnlich zustande wie durch das Vertrauen zwischen normalem Arzt und normalem Patienten.

00:08:43Speaker 3 Hallo? Ja, ich bin noch da. Genau, super. Ja, das heißt, man lernt sich kennen am Anfang und auch wenn ich einen neuen normalen Hausarztpatienten habe, dann Muss man sich erstmal ein bisschen beschnuppern, gucken, komme ich mit dem klar, kann ich dem Dinger anvertrauen? Ist das mein Typ oder habe ich bei dem ein komisches Gefühl? Das trifft übrigens auf beide Seiten zu. Also auch Piloten sind am Anfang reserviert, natürlich. Und nachher, wenn man sich so ein paar Mal gesehen hat und kennt, klappt das zunehmend besser und man erzählt sich immer mehr auf

00:09:17Speaker 3 Vertrauliche Dinge. Und das bleibt auch vertraulich. Das möchte ich nun mal ganz klar betonen. Ich mache das jetzt über 20 Jahre und ich habe alle drei Systeme kennengelernt. Das heißt, ich habe noch die vor JR-Zeiten kennengelernt. Steffen kennt das noch.

Speaker 1 Ja, ja, genau.

Speaker 3 Und dann kam JR und dann kam EA sein mit diverseren Iterationen, gesetzestechnisch. Und es wurde immer strenger, immer mehr reglementiert. Früher gab es das Medical auf dem Blatt Papier, konnte man mit Schreibmaschine tippen, wenn man Lust hatte.

00:09:49Speaker 3 Und heute müssen wir über ein bestimmtes Programm direkt online den ganzen Kram ans LBA übermitteln. Das ist halt der Gang der Dinge. Wenn man aber das Menschliche nicht außer Acht lässt und ein bisschen mehr mit dem Piloten auch mal besprechen kann, als nur die Blutwerte oder die EKG-Kurve. dann muss ich sagen, hat man eine gute Basis, um miteinander auch in schwierigen Situationen klarzukommen. Schwierige Situation heißt, dass

00:10:21Speaker 3 man auch manchmal dem Piloten dann sagen muss, pass mal auf, hier dein Blutdruck entwickelt sich nicht gerade vorteilhaft.

Speaker 1 Klar.

Speaker 3 Ja, das ist bei der Erstmessung zu hoch über den Limits. Und da sagt man, okay, ich messe das jetzt nochmal eine halbe Stunde später oder einen Tag später oder zwei Tage später. Wenn das immer noch zurück ist, muss man sagen, okay, wir reden jetzt mal hier nicht als Fliegerarzt und Pilot, sondern als Hausarzt und Patient.

00:10:52Speaker 3 Und dann erkläre ich, der Blutdruck ist nicht gut, wenn er zu hoch ist, weil das, das und das. Das ist bei euren Triebwerken ja genauso. Da habt ihr bestimmte Limits, die kann man kurz mal überschreiten, aber dauerhaft ist das eben nicht so gesund. Und genauso ist es im Grunde genommen in der Medizin. Wir versuchen dann langsam uns ranzutasten und mit Informationen für Verständnis zu werben.

Speaker 1 Okay.

Speaker 3 Da kommt einem natürlich als Legearzt ganz gut zu Passe, auch wie bei euch im Cockpit, die Erfahrung

00:11:27Speaker 3 Wenn man ganz neu ist, dann weiß man einfach noch nicht, dass es anders ist als bei normalen Patienten. Die kommen, weil sie leiden. Der Pilot wird was haben von einem, damit er. weiterleiden kann im Cockpit. Also das ist eine umgedrehte Fragestellung. Also manche normale Patienten sind kränker oder andersrum gesagt, tun kränker, als sie eigentlich sind. Bei Piloten ist es umgekehrt, leider sehr oft.

00:11:58Speaker 3 Also es gibt ein paar Leute, die sind einfach relativ krank, aber sie tun immer so, als ob sie gesund sind, weil natürlich der Job dranhängt, das geht die Familie und so weiter. Wenn man da so ein bisschen sich langsam rantastet und versucht, auf eine Ebene zu kommen, kann das sehr, sehr gut klappen. Mehrere Beispiele im Kopf, wo ich auch durch diese vertrauensvolle Zusammenarbeit den Piloten wirklich vor sehr schweren Konsequenzen bewahren konnte. Das ist jetzt keine Werbung, ich will mir das nicht als Lorbeer irgendwo anheften.

00:12:31Speaker 3 Will ich wirklich nicht. Aber Wäre der nicht zum Medic gekommen, hätte er ein Problem gehabt.

Speaker 1 Du meinst medizinisch.

Speaker 3 Ja. Ja, okay. Genau. Medizinisch. Natürlich musste er dann erstmal rausgenommen werden. Natürlich konnte ich ihm dann nicht sofort das Medical ausstellen. Und es mussten weitere Aktionen diagnostisch und therapeutisch erfolgen. Aber unterm Strich nachher ist das alles super gelaufen.

Speaker 1 Okay. Wenn du natürlich einen hast, der psychologische Probleme hat, die kann er sich natürlich, dann trotzdem wahrscheinlich wird er das

00:13:03Speaker 1 Ja, da bist du auch nicht bereit vor, sowas zu entdecken.

Speaker 3 Natürlich hat sogar der German Wings Verursacher es geschafft, mit genug Intellekt. Und ja, ein Problem war, dass seine Krankheit eben so war, dass sie es verbergen wollte. Er hat es eben trotzdem geschafft, da seine Tauglichkeit zu erlangen und alle zu täuschen. Man kann die Menschen nicht reingucken. Was jetzt neu ist, ist bei der ersten Untersuchung für Klasse 1, dass da ein psychologisches Assessment mit ein paar standardisierten Methoden gemacht wird.

00:13:41Speaker 3 Fragebögen zum Beispiel. Ach, okay, ist hochsetzt. Ja, das ist neu. Ja, also selbst wenn man jetzt nicht bei der Airline das große Assessment macht, sondern irgendwo privat CPL oder was machen will, dann muss bei der Erstuntersuchung tatsächlich so ein Assessment mitgemacht werden. Nicht durch einen Psycholog, aber durch ein standardisiertes Instrument, Messinstrument.

Speaker 1 Werden diese Daten denn alle ans LBA weitergegeben und dort denn sozusagen hoffentlich sicher gespeichert?

Speaker 3 Nein.

Speaker 1 Oder behältst du Daten zurück oder kannst du oder musst du nur Zweifel melden?

00:14:13Speaker 1 Wie funktioniert das?

Speaker 3 Also es gibt bestimmte Mindestuntersuchungsinhalte, die sind abhängig von der beantragten Tauglichkeitsklasse und von dem Alter des Piloten. Das heißt, und von bestimmten Zeitabläufen. Also alle so und so viele Jahre brauche ich eine Audiometrie, alle so und so viele Jahre brauche ich ein EKG. Urin brauche ich jedes Mal beim Berufspiloten genauso wie eine Blutabnahme mit bestimmten Parametern. Die muss ich zum Teil übermitteln.

00:14:44Speaker 3 Also ein EKG muss ich übermitteln, genauso wie den Antrag, den der Pilot immer unterschreibt, muss jetzt auch übermittelt werden als LBA, von beiden unterschrieben. Wo dann drin steht, ja, ich habe keine Vorerkrankung. Unterschrift, Datum.

Speaker 2 Hoff.

Speaker 3 Das muss jetzt gleich online immer hochgeladen werden als LBA. Da liegt es dann. Diese anderen Sachen, Audiometrie, die Werte muss ich übertragen, genauso wie die vom SI-Test. Psychologische Test-Assessment werden nicht übertragen an der LBA.

00:15:15Speaker 3 Da gibt es im Moment noch keine Bedingungen für. Was kommen wird, wahrscheinlich nächstes Jahr, ist die Europäische Datenbank für Medicals, Klasse 1 Medicals und Klasse 3, also Fluglotsen Medicals. Und das heißt Jeder, der irgendwo ein Medical kriegt, landet in einer europäischen Datenbank, wo dann drin steht, war da und dort, dann und dann zum Klasse 1 Medical, Ergebnis, fit. hat es medical bekommen.

00:15:46Speaker 3 Oder eben auch nicht fit, unfit. Und damit will man eben den Medical Tourismus verhindern.

Speaker 1 Auch in Zeiten des Brexits. Ich meine, da geht das auch. Die Engländer waren doch immer federführend bei der medizinischen Sache, so ein bisschen, ne? Oder? Täusche ich mich da?

Speaker 3 Ja, die waren im Grunde genommen für die Liberalisierung immer gut zu haben. Das heißt, wenn es irgendwo darum ging, Standards niedriger zu hängen, da waren sie immer ganz weit vorne. Ja, im Gegensatz zum Beispiel zu den östlichen Ländern der EU, die eben noch die alte russische Art drauf haben.

00:16:26Speaker 3 Die wären immer sehr zentralistisch oder sind es immer noch zentralistisch und sehr strikt und starr Die haben also da immer große Zeitvorläufe, wenn wir irgendwas ändern wollen in diesen EASA-Regeln, in diesen Medical-Regeln. Weil alle Member States müssen sich da halt einigen und das dauert ewig. Weil die einen sind ganz liberal, die sind jetzt aber bald raus und die anderen sind halt super streng.

Speaker 1 Sind die wirklich raus? Machten die Engländer dann wieder ihr eigenes Süppchen?

00:16:56Speaker 3 Ich vermute mal ja. Sie könnten theoretisch in der EASA bleiben. So wie Norwegen und Schweiz das ja auch sind. Aber ich könnte mir vorstellen, dass die rausgehen. Weil sie wollen eben unabhängig sein, frei und alles selber nochmal neu erfinden. Na, also ich bin immer auf diesen Kongressen und ja, da hört man dann immer so Stimmen von den jeweiligen Kollegen dort. Und ich denke mal, die werden wahrscheinlich so kurz oder lang aus der EASA auch rausgehen.

Speaker 1 Okay.

Speaker 3 Na gut. Also ich kann, ich glaube auch nach Germ Bings übrigens war ganz interessant, also nochmal zu dem Unfall selber, an dem Tag, wo das passiert ist.

00:17:33Speaker 1 Ja.

Speaker 3 Klingelte bei mir abends das Handy heiß. Da waren RTL und ZDF und wir fliegen sie nach Mainz und wollen sie nicht ins Studio und irgendwas sagen dazu. Ja, ich habe einen Teufel getan, natürlich habe ich da nichts zu gesagt. Das hat man ja erst viel später alles rausgekriegt. Und das, da habe ich mich also doch deutlich Bedeckt gehalten da, da kann man nichts sagen in so einem frühen Stadium, wie immer bei solchen Sachen.

00:18:03Speaker 2 Genau, ja. Das hatten wir ja schon mal auch so als Thema. Das ist halt das Schwierige, gerade bei Flugunfällen. Die Untersuchungen dauern ja immer sehr, sehr lange, bis so ein Bericht veröffentlicht ist, teilweise auch mal über ein Jahr. Und noch länger. Und klar, die Medien wollen dann schnell antworten und da gibt es dann immer dann oft auch entsprechende Kommentare, sage ich mal. Aber wir hatten das Thema ja auch in einer der vorherigen Folgen schon. Das ist, denke ich, also Bei den Ärzten, Fliegerärzten genau dasselbe, als wenn dann sofort irgendwelche Piloten angerufen werden mit Sag mal was dazu

00:18:36Speaker 3 Genau, ganz genau. Das sind dann die Experten, genau. Also kurzum, ich habe keinen, ich persönlich habe keinen Vertrauensverlust jetzt nach dem German Beings-Umfall feststellen können. Auch nicht von den professionellen Kollegen, Kollegen von euch. Das ist alles so weitergegangen wie vorher und die sagten, weil sie eben die Profis sind, die wissen. Kein System ist hundertprozentig sicher, das kriegt man nicht hin. Und wenn man richtig böse ist oder krank ist, dann kann man das System immer noch hintergehen.

Speaker 1 Und ich weiß das schon vor German Binks, einen Kollegen, der ging zum Medical hin und er stand in der Scheidung und er so, oh das ist alles, also letztens habe ich.

00:19:14Speaker 1 . Weil hatte ich, mache ich morgens den Kühlschrank aus, da ist schon viel los, hat er so nebenbei erzählt. Viel los, da mache ich den Kühlschrank auf, da habe ich dann abends habe ich die Blumen dann in den Küchern gestellt. Also irgendwas Absurdes, was gar nicht da reingehört. Und da hat der Fliegerarzt ihn angeguckt und gesagt, wie wär's jetzt mal mit ein halbes Jahr Pause? Na und dann ist ein halbes Jahr rausgegangen. Kann man sich natürlich auch nur leisten, wenn man eine schöne Flugunfahrt, also Flugunfähigkeits-Hier, Fluguntauglichkeitsuntersuchung hat. Ist ja sowieso etwas, was man haben sollte. Die hatte denn auch vollumfänglich ausgenutzt, aber das ist so zum Vertrauen des Fliegerarztes.

00:19:48Speaker 3 Ganz genau, und so läuft es im Idealfall auch. Also ich habe wirklich viele Piloten, sowohl gewerblich als auch private. Da bin ich der einzige Arztkontakt überhaupt, sonst gehen die überhaupt nie zum Arzt. Und nehmen unsere Untersuchung immer gleich als Anlass für einen Checkup. gleich. Dann machen sie ein bisschen mehr Pumpenwerte und noch eine Ergometrie dazu oder eine Lungenfunktion, was sonst immer nur bedarfsweise ist. Das finde ich klasse.

Speaker 2 Wenn das so läuft, finde ich es richtig gut. Es ist, denke ich, wie du eingangs gesagt hattest, das Vertrauen muss halt beidseitig sein. Also so als Geschichte mitbekommen

00:20:21Speaker 2 Beim Fliegearzt wird ja immer gefragt, ja, ich sage mal, Nikotin-Alkoholkonsum ist ja auch ein heißes Thema. Wie viel trinken Sie? Ja, ein bis zwei Bier unregelmäßig die Woche. Ja. Lassen Sie das zweite Bier aber besser weg. Und ich sage mal, jetzt aus einer medizinischen Sicht kann ich das nicht beurteilen, aber wo man dann vielleicht der eine oder andere denkt, naja, was ist mein. Konsum, wie viel ist jetzt normal oder nicht, aber wenn es unregelmäßig ist, denken glaube ich die meisten, naja, also

00:20:58Speaker 2 Das ist ja noch so ein Limit, wo es wo man jetzt als normaler Mensch sagt, das ist okay. Aber dann, also es wurde halt so der Eindruck übermittelt unter dem Motto, naja, also das jetzt kurz vor Alkoholismus, wenn sie das unregelmäßig machen. Und das ist schwer.

Speaker 3 Also da kann ich euch sagen, das ist in Euroland hier noch relativ entspannt. Da gibt es ja auf dem Formular nur die Frage, trinken Sie Alkohol? Wenn ja, wie viel? Da kann man ja anfragen, was man will.

00:21:28Speaker 3 Wenn man das gleiche Formular für ein Medical in Australien ausführt. Das sind ungefähr acht Fragen. Unter anderem, wie oft in den letzten drei Monaten konnten Sie sich nicht mehr erinnern, was die letzte Nacht passiert war.

Speaker 2 Oh. Okay.

Speaker 3 Das ist eine der Fragen. Die gehen wesentlich mehr ins Detail. Und da muss man dann schon sehr konsequent schummeln, um da nicht aufzufallen.

Speaker 1 Aber das könnte man aber auch so vermuten, dass jede, jedes, wie heißt es so schön immer, every warning sign has a story.

00:22:03Speaker 1 Aber wenn die solche Fragen stellen, dann stellt sich auch, warum stellen die solche Fragen.

Speaker 3 Genau, gut, Australien, die haben eine andere Trinkkultur. Die trägt anders, mehr, ja, ist so. Und die haben auch Ramp-Tags da für den Hausmeister, der irgendwie die Halle fegt. Das ist ganz anders. Aber Die Erfahrung des Pflegearztes spielt eine große Rolle und natürlich erkennen wir auch Diskrepanzen. Wenn einer sagt, nein, ich kriege überhaupt nichts, hat aber entsprechende Zeichen bei der klinischen Untersuchung oder bestimmte Blutbildveränderungen.

00:22:38Speaker 3 dann werden wir dem natürlich schon nachgehen müssen. Also da gibt es einfach bestimmte Dinge, die man dann matchen. Das muss matchen.

Speaker 1 Aber wir haben ja aber auch Drogenkontrollen. Gehen wir zum nächsten Thema rüber. Wir haben ja auch Drogenkontrollen, also von der Seite, also Alkohol und Drogenkontrolle heißt es ja bei der Polizei. Und ich kenne auch einige Kollegen, die da auch schon reingegangen sind und am nächsten Tag dann in ein Gerät, also vorm Einsatz Ramcheck nanntest du das.

00:23:14Speaker 1 Das haben wir auch bei uns in der Firma, wurde eingeführt. Seit German Bings 4 hatten wir das nicht. Da mag man sich auch rüber streiten, ob das so korrekt war. Auf jeden Fall. wurde ja im Zuge von German Binks ja nicht nur generell Alkohol- und Drogenkontrollen nach Zufallsprinzip eingeführt, also dass wir in ein Röhrchen pussen müssen. Und wenn das irgendwie anschlägt, dann wird genauer nachgeprüft, wie viel Wert hatte er denn noch, als er jetzt hier zur Arbeit gehen wollte.

00:23:44Speaker 1 Aber es sollen ja auch so nicht nur Drogen, sondern auch Psychopharma Pharma und sowas kommen, wie Psychopharmakas getestet werden, wie kann man das testen? Oder ist es, steht das noch an oder steht das nicht an?

Speaker 3 Das könnte sein, dass das noch kommt, ja. Das ist aber dann wahrscheinlich auf EASA-Ebene geregelt. Das diskutieren die im Moment. Das ist mein letzter Stand. Firmen intern können ja natürlich machen, was sie wollen. Aber offiziell ist das jetzt noch nicht gesetzt.

00:24:17Speaker 3 Wenn einer natürlich wirklich auffällt, der Crew auffällt oder so, das gibt es ja auch schon mal, dass dann Der FO sagt, der ist mir zu heiß, ich sag da jetzt mal draußen Bescheid, weil der alte doch irgendwie doch ein bisschen tordelig ist. Das ist ja doch Alkohol, ne? Das ist nur Alkohol, ganz gut. Aber wenn das jetzt negativ ist und er trokelt immer noch, dann wird man auch nochmal den trotzdem rausbitten und noch eine Blutabnahme machen auf Medikamente, Schlafmittel, diese ganzen Sachen.

00:24:48Speaker 1 Kann man das denn denn feststellen, wenn ich jetzt, sagen wir mal, so ein Psycho aufhält? Also ich kenne mich absolut nicht aus, wenn diese Medikamente, die depressive, wenn man depressiv ist, nehmen kann, kann man die Einwandfrei feststellen oder gibt es die so, das ist das, was ich Kollegen immer höre. So, ah nee, aber du kannst auch morgens deinen Rosmarie-Tee mit einem Schuss Ingwer getroffen haben und dann.

Speaker 3 Nee, nee, nee, nee.

Speaker 1 Das sind

Speaker 3 Das sind Bluttests, die wirklich sehr, sehr spezifisch sind. Man kann sogar die Art des Beruhigungsmittels feststellen.

00:25:20Speaker 3 Also keine Ahnung, ob das jetzt Oxazepam oder Diazepam war zum Beispiel. Kann man alles feststellen. Das braucht natürlich die Blutabnahme.

Speaker 2 Die Schwierigkeit, Entschuldigung, wenn ich mal einhake, ist, dass bei uns zumindest die Drogenkontrollen halt mit diesem Speicheltest gemacht werden. Das ist natürlich eine ganz interessante Nummer, weil da, so sagt man zumindest sogar, wie Kvaporup am Vorabend anschlägt.

Speaker 3 Ja, ja. Das muss halt schnell gehen. Und man kann die Leute auch pinkeln lassen, so wie bei der Verkehrskontrolle.

00:25:55Speaker 3 Nachts, Samstagnachts, wo sie die jungen Menschen in den aufgetühnten Kisten rausziehen und die mal pickeln lassen, ob da eben auch irgendwas drin ist, Amphetamin oder LSD oder sonst was. Das kann man alles dann in Login feststellen. Das müssen natürlich alles valide Methoden sein.

Speaker 2 Ja, ich glaube lange Diskussion, weil dieser Speicheltest halt nicht unbedingt so die hochprozentige gute Trefferqualität hat. Genau, aber ich wollte dich jetzt nicht unterbrechnen.

00:26:26Speaker 3 Nee, es ist ja in Ordnung. Es gibt eben verschiedene Anlässe und man muss ja auch immer sagen, in der Rechtsprechung hat sich durchgesetzt, ich rede ja zum Beispiel auch mal von Lkw-Fahrern oder Berufskraftfahrern, wo im Grunde genau das Gleiche zutrifft. Wenn der am Wochenende einen Joint braucht, kann er das machen. Er darf bloß nicht im Dienst. Beeinträchtigt sein. Er darf keine Reste mehr drin haben im Blut oder irgendwie beeinträchtigt sein.

Speaker 1 Darf ich das auch?

00:27:00Speaker 3 Nun ja. Solange du keine Probleme hast und alles irgendwie so happy ist.

Speaker 1 Also ich weiß ja, dass die Kollegen. Dass die Kollegen, die neu anfangen dürfen, die müssen eine Haarprobe angeben. Und ich meine, da ist der, das THC ist das, ne? Das ist doch den Wert, kann man doch noch wochenlang später feststellen, oder nicht?

Speaker 3 In der Haarprobe, ja, richtig.

Speaker 1 Ja, genau, richtig.

Speaker 3 Ja, aber da kann man eben auch Kokain und so. Aber das ist schon sehr, sehr aufwendig und da muss genau die Probenentnahme richtig gemacht werden.

00:27:34Speaker 3 Das ist schon wahnsinnig aufwendig. Das ist jetzt aber bei euch firmen intern, muss man dazu sagen.

Speaker 1 Okay, ja, ja, stimmt. Okay, hast recht.

Speaker 3 Das macht der kleine Charterer in Papua-Neuguinea garantiert nicht. Und leider passiert deswegen natürlich euch da mal was. Oder in USA. Da ist ja normal, dass die alle lasen lang irgendwas einwerfen und dann auch tatsächlich unter Drogen fliegen.

Speaker 1 Das ist jetzt kein Vorteil, oder?

00:28:04Speaker 1 Frag nur vorsichtig. Da hören dir vielleicht Leute mit oder irgendwie sowas. Also bei Jamaican Airlines, da kann ich mir das vielleicht vorstellen, aber.

Speaker 3 Ich weiß nicht, vielleicht klingt die eine oder andere Landung ein bisschen besser, dass man ein bisschen entspannter ist und nicht so ins Pumpen kommt kurz beim Abfangen.

Speaker 2 Ich erinnere mich nur an diesem schönen Film Flight mit Denzel Washington. Der hat das Ding doch auch nur vernünftig runterbekommen, weil er völlig zu bekommen ist. Sprintzah.

Speaker 3 Ja, ja, ja, ja, ja, genau.

00:28:35Speaker 3 Schönes Ding. Das ist richtig. Spannend ist es dann ja auch immer nur mal so als kleine Anekdote. Ich habe ja auch schon als Passagier auch bei euch hinten drin gesessen, nicht bei euch persönlich, aber so insgesamt. Und wenn das dann extrem richtig schwieriger Anflug war, weil es unglaublich turbulent war und der Wind genau von der Seite kam und böig war und so weiter. Und dann auch noch ein Go-Around, weil das nicht stabil war. Und nochmal gelernt. Habe ich alles schon erlebt.

00:29:05Speaker 3 Und dann manchmal steht einer von euren Kollegen in der Cockpitür beim Verabschieden. Wirklich mit schweißnassen Hemd. Der Dickie war, boah, der arme Kerl, der hat jetzt richtig für sein Geld was getan. Wahnsinn. Wahnsinn. Und dem gebe ich natürlich auch noch ein nettes Kompliment an dich. Beim Rausgehen. Ja, logisch.

Speaker 1 Ja, okay, gut, das war so eine Frage, die uns auch so ein bisschen am Herzen lag, so mit dem Speichertest, ob das denn geht, wobei ich glaube, wenn der positiv irgendwie anschlägt, dann. . Das nächste, was du als Plot machst, du gehst hin und gibst eine Blutprobe ab, damit das irgendwie aus dem Weg kommt.

00:29:39Speaker 3 Dann geht es weiter und dann gibt es ja dieses tolle Antiskit-Programm bei euch, was ihr natürlich dann auch noch in Anspruch nehmen könnt, was leider natürlich nicht jede Airline hat, so gar nicht die Kleinen. Aber das ist eine schöne Sache.

Speaker 1 Ja, genau.

Speaker 3 Und es wird auch relativ häufig übrigens in Anspruch genommen, habe ich gehört, von meinen Orthansa ärztlichen Kollegen.

Speaker 1 Ah ja, okay. Das ist ja gut, gut zu hören. Dann, ich habe hier noch so einen weiteren Fragenkatalog und zwar werde ich immer gefragt von Leuten, die. . Neu fliegen, also zum Beispiel oder neu fliegen wollen, Pilotenschaden machen.

00:30:09Speaker 1 Also die klassische Frage geht immer, ich habe Zahnplompen, kann ich damit noch fliegen? Das ist, glaube ich, so ein altes Militärding gewesen. Ja, genau. Das war von der Barodentose war das, ne? Kann das nicht sein?

Speaker 3 Ja, ja, ja, ja, genau. Richtig. Früher gab es das Problem, dass die Füllung. . die Amalgamfüllungen darunter manchmal ein bisschen Lufteinschlüsse hatten. So, wenn natürlich dann der Militärjet-Pilot von 0 auf Flugfläche 420 in wenigen Minuten hochsteigt

00:30:39Speaker 3 dann hat sich diese Luft dort ziemlich ausgedehnt und hat zu enormen Zahnschmerzen geführt. Das heißt, die Militärfliegerei, die gucken wirklich ziemlich genau hin, dass das wirklich gut ist und keine Lufteinflüsse da sind. Aber in der Zivilfliegerei Dankdruckkabine Alles nicht so das Thema.

Speaker 1 Genau, so erkläre ich das auch immer. Das ist so ein altes Militärding und überhaupt braucht man.

Speaker 3 Genau. Natürlich Darf es bis jetzt nicht so rock sein, dass die Leute ständig Schmerzen haben und erst kurz vorm Durchbruch in den Kiefer steht und die auch noch unter Schmerzmitteln stehen oder so.

00:31:11Speaker 3 Das geht natürlich auch nicht.

Speaker 1 Klar, logisch, ne? Ja, muss man dazu sagen. Ja, ich habe hier ein Nachbarskind in der Nähe gehabt, der hat keinen Grußssinn gehabt. Und da hat ihm der Fliegerarzt, du kennst ihn auch, der Hamburger, der hat gesagt, nö, kann er. Ohne Großsinn kannst du fliegen, also das geht, ne?

Speaker 3 Das stimmt. Ich wüsste jetzt nicht, wo man das zwingend braucht. ist, wenn nichts passiert, hat man höchst die Ausdehnung von menschlichen Gasen in der Kabine, vielleicht auch im Cockpit.

00:31:43Speaker 3 Da tut das ja nicht weh. Und ansonsten ist es natürlich nicht schlecht, wenn man Es ist besser, sage ich mal, wenn man noch einen Sinn mehr hat, den Geruchssinn. Falls man doch mal irgendwas Verkuckeltes riechen möchte. Irgendwelche Kabelspworen oder irgendwelche, was durch die Air Condition durchkommt oder so, dann ist das sicherlich nicht schädlich.

Speaker 1 Ist der Geruchssinn vielleicht auch so geeicht, dass man Rauch trotzdem immer riechen kann? Das kann man ja wirklich extrem gut riechen, Rauch.

00:32:14Speaker 1 Und kann das sein, dass einer, der nichts riechen kann, trotzdem Rauch riechen kann? Oder wenn er Nerven ist, kann er nicht.

Speaker 3 Das kann sein, weil wir nämlich auch tatsächlich, man glaubt es kaum, mit der Zunge riechen.

Speaker 1 Ah, okay.

Speaker 3 Ja, da gibt es ganz hinten auf der Zunge auch noch so ein paar Papillen, die können also tatsächlich auch noch ein bisschen. . Nicht nur schmecken, sondern auch noch ein bisschen riechen in Anführungszeichen.

Speaker 2 Also ich denke, das ist, glaube ich, für Frachtpiloten sogar ein Pluspunkt. Also ich erinnere mich mit Grauen an unserem Flug über den Nordatlantik, acht Stunden, mit

00:32:45Speaker 2 35 Schweinen an Bord.

Speaker 3 Ich glaube mehr brauche ich nicht zu sagen. Oh ja, schönes Ding, ne? Ja, das ist natürlich eine nette Anekdote, aber ich dachte, die Cockpitüren sind zu bei euch.

Speaker 2 Na gut, auf dem Frachter hast du ja keine Cockpitür in dem Sinne.

Speaker 3 Ach so.

Speaker 2 Also von daher, ähm, und die Lüftung ist tatsächlich so, dass alles einmal durchgewälzt wird. Also Ich kann mich auch daran erinnern, vor Jahren hatte ich mal einen Flug mit 60 Tonnen Mangos.

00:33:15Speaker 2 Ich liebe Mangos in meinem Leben gerne. Am Riechen kann ich ja nicht mehr. Weil es sechs Stunden lang dieser Mango-Guch war, der ja doch schon sehr intensiv ist, wenn man da so viel hinten drin hat. Ähm, das wird halt alles umgewälzt, das ist halt so.

Speaker 3 Ja, oder wenn ihr Pferde hinten drin habt.

Speaker 2 Ja, ja. Also kommst du nach Hause und die Uniform stinkt nach Pferdestall. Das ist durchaus möglich, ja.

Speaker 1 Also wiederum. Weiß ich, dass ich auf dem RBOS 310200 gab es Sniffertoops, das habe ich glaube ich auch schon mal in irgendeiner Folge erzählt.

00:33:46Speaker 1 die wo man die Luft im Frachtraum riechen konnte als Rauchwarnungssystem sozusagen. Da hast du so einen Gummischlauch gehabt, da hast du einen Fropfel abgezogen und konntest dann riechen.

Speaker 3 Spannend, das ist ja richtig cool, old school, aber das kann auch nicht ausfallen.

Speaker 1 Genau. Ich habe zum Beispiel einen Lehrerskollegen, der hat eine künstliche Linse mittlerweile. Ich denke, da kann man auch fliegen anscheinend. Das geht, oder?

Speaker 3 Das geht. Außer es ist eine Multifokallinse, dann geht es nicht. Übrigens, ganz wichtige Information.

00:34:18Speaker 3 Genau. Linse. Kann ja mal sein, dass die ersetzt werden muss. Und dann denken natürlich manche Leute, ach ich bin jetzt 45, 50 oder noch älter. Ich möchte keine Brille mehr tragen. Ich mache meine. eingebaute Linse, die ja ins Auge quasi eingebaut wird, gleich als Multifokalinse. Also oben für die Weite und unten für das Lesen. Das gibt's. Kann man sich einbauen lassen. Das ist aber leider im Moment zumindest noch nicht erlaubt für die gewerbliche Luftfahrt.

Speaker 1 Ah, okay.

00:34:48Speaker 1 Auch Lasern ist ein Problem, ne? War da raus oder da musst du ein bisschen ein halbes Jahr raus, ne?

Speaker 3 Nee, das ist vorbei. Also da kann man nach dem Regularien kann man tatsächlich theoretisch schon am nächsten Tag fliegen gehen. Ist natürlich nicht sinnvoll, weil sich da immer noch ein bisschen was tun kann. Also man empfiehlt jetzt so mindestens zwei, drei Wochen warten, dann nochmal zum Augenarzt gucken, gibt es da Veränderungen und dann geht es aber gleich weiter. Das ist nicht mehr so schlimm wie früher. Da ist man wesentlich besser geworden, auch mit Medikamenten, so bestimmte moderne Gerinnungsmedikamente, weil man meine

00:35:22Speaker 3 Unterschenkel Trombose hatte oder so, damit kann man jetzt auch nach Rücksprache mit Luftverbundesamt fliegen

Speaker 1 Dann habe ich mal einen Unfallbericht gelesen, da flog ein Co-Pilot mit. Ich weiß nicht, ob man diesem Unfall dieser Tatsache auch zugeschritten hat. Der war, der hatte, ich glaube mittlerweile nennt man das irgendwie Omel, so eine Ausnahmegenehmigung. Der durfte mit Farbblindheit fliegen. Geht das? Also ich werde dich auch häufig gefragt, ne? Farblindheit, also ne, Rot-Grün-Schwäche geht

Speaker 3 Ja, korrekt heißt das Farbsinnstörung.

00:35:54Speaker 3 Farbsinn ist so gut wie keiner. Die meisten haben nur eine Einschränkung. Also die können sich nicht mehr entstellen.

Speaker 1 Ja, es gibt unterschiedliche Abstufungen.

Speaker 3 Ja, genau. Farbsinnstörung. Und ja, man kann mit einer Farbdienststörung fliegen, fragt sich nur was. Das heißt für einen Privatpiloten gar kein Thema. Der kriegt eine Auflage ins Medical, da steht dann VCL drin. Und VCL heißt, dass er also nicht bei Nacht fliegen darf, zum Beispiel.

00:36:25Speaker 3 Und das OML, was du eben meintest, Omel, der muss, das ist für alles Mögliche andere, also wo man nicht alleine fliegen darf.

Speaker 1 Ja, sowas hat er. Okay, ja.

Speaker 3 Genau, das darf halt nicht alleine fliegen. Oder da steht er dann nur als.

Speaker 1 . .

Speaker 2 Äh, O oder sowas.

Speaker 1 Ja, ja, genau.

Speaker 2 Wie ist es eigentlich mit Diabetes? Darf man da eigentlich Das ist schwieriger wahrscheinlich, ne?

00:36:56Speaker 3 Ist schwieriger. Also für Klasse 2, auch wieder für die Privatpiloten, gar kein Problem. Da gibt es einen. Die können bestimmte Medikamente nehmen, das ist auch immer eine Art Sondergenehmigung. Die müssen regelmäßige diabetologische Kontrollbefunde bringen, die müssen häufiger zum Medical, ihr wisst ja, Als Privatpilot bis 40 braucht man, wenn man nichts hat, nur alle fünf Jahre zum Medical. Nur alle fünf Jahre. Ihr müsst ja jährlich hin oder noch öfter, je nachdem. Manchmal auch halbjährlich, wenn ihr alleine Passagiere fliegt, über 40, das ist ein Lebensjahr.

00:37:28Speaker 3 Wenn ihr über 40 seid, alleine, zum Beispiel Rettungssubschrauberpiloten, müssen alle halbe Jahre kommen, wenn sie über 40 sind.

Speaker 1 Gut, das war bei uns mal auch so, ne? Also genau.

Speaker 3 So, und das ist halt wirklich Oh, da hustet jemand.

Speaker 1 Ja, das war ich.

Speaker 3 Das ist jedenfalls entspannter geworden. Als. Privatpilot kann man auch mit dem Diabetes fliegen. Mit Sondergenehmigung als Berufspilot ist man dabei, das möglich zu machen.

00:38:03Speaker 3 Da geht es auch mit dem Ommel, solange man nicht Insulin spritzt. Insulin ist ein Killer. Also ein Killer, was die Flugtauglichkeit angeht. Es bringt einen nicht um, aber Insulin hat eben das Problem, dass man, wenn man davon zu viel spritzt. oder mal zu wenig gegessen hat davor, dass man dann Unterzucker hat. Unterzucker ist ganz, ganz übel, das geht nämlich ziemlich schnell, da wird man sehr schnell bewusstlos und kann überhaupt nichts mehr machen

Speaker 1 Ja, vor allem, wie wird sie dir bei eventueller Turbulenz oben was spritzen?

00:38:33Speaker 1 Geht ja gar nicht, ne?

Speaker 3 Das geht nicht. Aber spritzen ist doch nicht das Problem. Die müssen aber zumindest noch einen Traubenzucker irgendwie essen können.

Speaker 1 Ja, okay, gut. Also ich hatte einen Kollegen, der hat also nicht nur dieses Lifestyle-Zyleokatie oder Zölo, ich kann das nicht aussprechen. Zyleaki? Zöliaki, sondern der hatte Der hatte also wirklich eine richtig strenge Glutensäche sozusagen. Und auch da war das überhaupt kein Problem. Also, wenn der AC kannst du sicherstellen, dass du kein

00:39:05Speaker 1 Kein Weizen oder irgendwas zu dir nimmt, sagt er, ja klar, habe ich. Und dann damit war das Thema.

Speaker 3 Genau. Also was in der Flugmedizin immer so eine Red Flag ist, das ist diese sogenannte Sudden Incapacitation. dass ich recht schnell nichts mehr machen kann als Pilot. Das ist alles, was dazu führt. Zum Beispiel auch Nierensteine. Wenn man Niernsteine hat und der will raus. Oder die wollen raus die Nierensteine, dann bleiben die irgendwo hängen und das macht Hölenschmerzen. Und zwar so Schmerzen, dass man wirklich nichts mehr machen kann. Oder einen schicker Astma-Anfall oder sowas.

00:39:37Speaker 3 Also da gibt es so ein paar Sachen, da geht es wirklich nicht. Oder nur mit einem Heuschnupfen nicht.

Speaker 1 Achso, weil das geht auch immer so die Angst rum, wenn ich mal einen Heuschnupfen eingebe, weil da muss ich ja irgendwelche eventuellen Sachen Sachen nehmen, die mich wieder müde machen oder so.

Speaker 3 Natürlich kann die meisten Heuschlumpfenfälle sind total simpel. Da nimmt man irgendeine kleine, nicht müde machende Tablette ein oder so ein Spray und ist gut. Aber wenn man Pech hat, kann das bis zum schweren Asthma-Afall führen.

00:40:07Speaker 3 Allergisches Asthma. Und dann ist man eher Pfig. Ja, genau. Und das ist dann auch nicht so gut. Da gibt es dann, da muss man im Einzelfall entscheiden.

Speaker 1 Aber wie das ja auch, ich glaube, Heuschnupfen, meine Kollegen sagen immer hier, wenn sie so ein bisschen Heuschnupfen haben, also auch Kabine und so, wenn sie in der Luft sind, ist immer alles schön. Da ist die Luft besser und ist der Heuschnupfen wie weggeblasen sozusagen.

Speaker 3 Es gibt wenig Bäume da oben in Flugfläche 320.

Speaker 1 Sag mal, aber was machen denn in der Luft sowas wie Bakterien oder Viren?

00:40:37Speaker 1 um mal so ein bisschen aktuellen Brillanz damit rein. Ich wurde nämlich auch gefragt, wir wurden hier in unserem Kanal gefragt, wie das denn mit dieser Eir Zirkulation ist. Wie Also was ist, wenn einer jetzt da hinten irgendwo einen SAS hat oder einen Mers und ich sitze fünf Reihen neben ihnen? Das ist für mich gefährlich.

Speaker 3 Ja, also ihr kennt die Klimaanlage eurer Flieger besser als ich. Ich weiß aber, dass es verschiedene Abteilungen gibt in so einer Kabine. Nicht nur nach den Klassen, sondern auch tatsächlich so technische Abteilungen.

00:41:16Speaker 3 Auf jeden Fall alle zehn Reihen wird die Luft irgendwie neu von oben reingeblasen. Ja, das stimmt, aber das hast du. Es ist nicht so, dass nur vorne die frische Luft reinkommt und. Dann sind sie völlig verbraucht. Das ist so zum Glück nicht. Und dann haben diese Flugzeuge alle Heberfilter. Das sind diese. Partikelfilter, die auch tatsächlich Viren rausfiltern können. Bist du sicher?

Speaker 1 Wirklich jeder? Entschuldigung, also ich höre von Hebatheber ein Wort.

Speaker 3 Ja, bestimmt nicht die Twin Otter, die alte, die irgendwo rumkurkt.

00:41:47Speaker 1 Und auch nicht der alte Bobby, also tut leid, ich das kann ich mir auch nicht vorstellen. Also die alte 3-7, die ich geflogen bin, die neue Flagge. 300er?

Speaker 3 Ich meine, die hat auch schon Heberfeld da. Kann ich jetzt nicht mit Bestimmtheit sagen.

Speaker 4 Weiß ich nicht.

Speaker 3 Aber Nochmal zum praktischen Vorgehen, jetzt auch gerade aus aktuellem Anlass zu Corona oder fangen wir mal mit der guten alten Tuberkulose an.

Speaker 1 Oh, oh nö.

Speaker 3 Das gibt es ja auch immer, ne? Die klopfen nicht mal gerne Russland oder irgendwelche anderen

00:42:19Speaker 3 Länder an, wo es das so gibt. Tuberkulose, wo das ein echtes Thema ist.

Speaker 1 Und wo das auch immer schwerer zu behandeln wird, wieder, ne?

Speaker 3 Ja, richtig. Es ist im Grunde genauso Wie auch jetzt, wenn sich im Nachhinein herausstellt, dass ein Passagier eine aktive Tuberkulose hatte oder irgendeine andere fiese. . . Krankheit, die er über die Luft weiterverbreiten kann. Dann wird geguckt, wer saß um den rum. Zwei Reihen davor, zwei Reihen dahinter und nach links und rechts auch nochmal irgendwie die ganze Ecke.

00:42:50Speaker 3 Und diese Passagiere, die werden dann vom jeweiligen Gesundheitsamt angeschrieben und nachverfolgt. Das heißt, es kann durchaus sein, dass man dann, dass wenn ihr irgendwo Deadhead zurückfliegt. . . vom Dienst von Frankfurt nach Hamburg oder so und da hustet einer irgendwie in der Reihe vor euch, schräg. Und dann kriegt ihr ein paar Wochen später einen Brief vom Gesundheitssamt, da hieß es, ja, da war einer bei Ihnen ganz in der Nähe, der hat eine offene TPC. Und deswegen müssen Sie jetzt auch einen Test machen.

00:43:20Speaker 1 Okay, okay. Aber ganz ehrlich, das gilt natürlich nur, wenn ich nach Deutschland reingeflogen bin, der zum Arzt gegangen ist und angegeben hat, also das ist eine bellepflichtige Krankheit, schätze ich mal. Genau. Und er dann aber auch angegeben hat, dass er geflogen ist. Wenn das alles nicht passiert, dann.

Speaker 3 Richtig, dann passiert auch nichts. Dann kann man einen Pech haben, natürlich.

Speaker 1 Ja, aber ich meine, es wäre ja interessant, die Frage zu stellen. Ist die Luft denn so kontaminiert oder gibt es dokumentierte Fälle, wo Leute sich eingesteckt haben auf dem Weg, im Flieger?

00:43:54Speaker 1 Also außer Außer die Schmiereninfektion, wo ich halt passe und dann.

Speaker 3 . Die Leute, die tatsächlich drum rumsitzen, die haben das tatsächlich.

Speaker 1 Okay.

Speaker 3 Da kann man das kriegen und deswegen ist das eben diese Umfelduntersuchung und dann wird das auch gemacht.

Speaker 1 Okay. Oh, gut.

Speaker 3 Weil die Aerogenübertragung, diese Tröpfcheninfektion, das ist halt wirklich das Hauptproblem. Die fliegen ganz schön weiter, da gibt es so schicke Filmchen auf YouTube.

00:44:26Speaker 3 wo man dann sieht, wenn er denn liest oder hustet, wie weit diese Partikel da rumfliegen. Schön anzusehen, aber ist halt so. Und das gleiche ist natürlich bei euch vorne auch. Ihr habt natürlich eine eigene Luftversorgung im Cockpit, auch aus Sicherheitsgründen. Aber wenn der Nebensitzer dann auch rumhustelt oder der Checker, der hinten auf dem Jump sitzt oder so, dann habt ihr auch viel Spaß damit.

00:44:56Speaker 1 Aber das beruhigt mich jetzt ehrlich gesagt nicht.

Speaker 2 Von der klassischen Erkältung kenne ich das. Das kann ich mal so einhaken. Da habe ich mir auch schon mal wirklich gut was bei weggeholt. Auf dem Hinflug und auf dem Rückflug waren wir dann alle zusammen. Klar, das ist. bei der geringen Entfernung, die man da zusammensitzt, ganz logisch, klar.

Speaker 3 Und natürlich muss man ein bisschen persönliche Hygiene machen. Das ist völlig klar. Man kann es auch übertragen. Ich kann mich erinnern, ich habe halt, wenn ich das mal so erzählt habe, so mal so einen Landstreckenklug mitgemacht in der Ausbildung.

00:45:29Speaker 3 Von Frankfurt nach Kuala Lumpur Psien. Und der Als der SFO dann nach hinten ging und der Kapitän wieder nach vorne kam, hat der Kapitän damals tatsächlich ein Tüchlein, ein Desinfektionstuch ausgeholt und das Steuerhorn abgewischt. Und sich dann noch so Autofahrerhandschuhe angezogen, bevor er sich wieder da hinten hingesetzt hat. Das fand ich ja schon gediegen. Aber ich glaube, das war mir so eine marotte weniger Angst vor Ansteckung.

00:46:02Speaker 1 Da kenne ich auch so Kandidaten. Also das mit dem Handschuhen, ja das kenne ich, ja. Naja, okay. Ich dachte nur, ich könnte jetzt, weil du natürlich auch besorgte Stimmen jetzt von Kollegen, die sagen oder von Kabinkollegen, ja, aber ich fliege da nicht mit hinten in der Kabine, passiert mir doch was, wenn ich da jetzt irgendwie Mit Fliege, ähm, also so ganz beruhigen kann man sie nicht.

Speaker 3 Das ist nie auszuschließen. Das ist nie auszuschließen. Und wenn man jetzt als Kabinenkollegin oder Kollege

00:46:34Speaker 3 ganz hinten arbeitet und ganz vorne wustet einer. Dann hat man keine direkte Exposition, aber der Teufel ist ein Eichhörnchen. Man muss einfach nur die persönliche Hygiene beachten und nicht, wenn man irgendwie gerade Getränke Service gemacht hat, dann gleich sich mit der Hand durchs Gesicht fahren.

Speaker 1 Das ist nie gut. Okay, das ist ja sowieso gegeben. Ja, aber trotzdem, du beunruhigst mich gerade. Also wenn jetzt zum Beispiel die, die, äh, die Kollegen jetzt in der Kabine sitzen und jetzt ein Flug machen, ich sag mal jetzt

00:47:08Speaker 1 Na, wobei, das ist ja falsch. Also, wenn die jetzt irgendwo jetzt die Touristen aus Philippinien oder sonst was irgendwie abholen, die kommen ja nicht aus so einem Risikogebiet, sondern da ist die sind ja ganz normal im Urlaub und kommen dann zurück. Ich weiß, so richtige Evakuierungsflüge, die waren ja angezogen wie Mondmännchen, als sie da in der Schmine waren. Okay, gut, alles klar. Gut. Ja. Ja, okay, na gut. Vielen Dank. Wir haben ja jetzt auch schon 40 Minuten. Ich glaube, so langsam.

Speaker 3 Ja, es gäbe noch viel mehr zu erzählen, aber ich konnte euch so ein bisschen einen kleinen Überblick auch bringen aus dem speziellen Feld der Flugmedizin.

00:47:46Speaker 3 Und auch gerne wiedermachen, wenn hier, wenn sich Fragen ergeben oder so, bin ich gerne wieder dabei und kann auch dies oder jenes dazu sagen.

Speaker 1 Nee, cool. Vielen Dank. Und wenn ihr natürlich Fragen habt, du bist nirgendwo irgendwo vertreten, so Twitter oder irgendwas oder Flash.

Speaker 2 Ich glaube, wir leiten es am besten beide.

Speaker 1 Das ist, denke ich, am einfachsten. Ja, genau. Mach ich denn.

Speaker 3 Ich habe eine Website mit einer E-Mail, aber das machen wir über. Nee, muss nicht.

00:48:16Speaker 1 Okay.

Speaker 3 Also wer will, findet mich auch und kann mir Fragen stellen. Und das mache ich auch gerne. Ich habe also wirklich ein buntes Spektrum an Fragen schon gehabt in meinem Laufwand da. kann zu fast allem was sagen. Es gibt ein paar Themen, da mache ich auch einen Zettel drum. Weil die einfach nicht wissenschaftlich zumindest umstritten sind. Wir reden gerne über kontaminierte Kabinenduft und solche Sachen.

00:48:46Speaker 1 Also du meinst jetzt mit Öldämpfe, ne?

Speaker 3 Öldämpfe, genau. Ja, ja, okay. So was. Das ist im Moment was heißt im Moment, das ist schon immer relativ umstritten. Und da habe ich auch schon Kollegen gehabt, die solche View-Events hatten und auch mich um Rat gefragt haben. Da gibt es festgelegte Verhaltensweisen mittlerweile von den Firmen. wie man dann umgehen muss.

Speaker 2 Generell, genau, wir müssen noch Steffen anmerken, dass das natürlich hier eine

00:49:17Speaker 2 einen Arztbesuch nicht ersetzt und einfach nur ein netter, der Hamburger glaube ich würde sagen, netter Schnack ist über diverse Sachen und Themen. Also Genau, also der Disclaimer quasi an dieser Stelle nochmal an die Hörer, dass wir hier zwar drüber gesprochen haben und alles, aber natürlich der Arztbesuch. Nicht zu erwitzen ist.

Speaker 1 Da sieht man ja gerade, wie die Diskussion über diesen, über Corinna, wie der hier gerade hochstegt und wie sich denn die Experten gegenseitig die Meinung am Kopf schlagen, ob das denn alles richtig ist oder nicht.

00:49:47Speaker 1 Und dementsprechend muss dieses Gespräch auch hier so behandelt werden, denke ich.

Speaker 3 Aber ich kann nochmal abschließend wirklich allen Zuhörern und Zuhörerinnen sagen. Wenn ihr Piloten, Pilotin, Flugbegleiter seid, habt Vertrauen zu eurem Pflegerarzt. Fragt ihn vor allen Dingen oder fragt sie, fragt die Löcher in den Bauch. Niemand muss unbeantwortete Fragen haben, wenn er wieder rausgeht aus der Praxis. Und wenn der das nicht antworten will, ja, muss man gucken. Dann fragt man aber nochmal beim nächsten Mal oder so.

00:50:20Speaker 3 Und noch ein Tipp. Bitte nicht versuchen, beim Medical zu schummeln. Das ist eine ganz schlechte Idee. Wenn das auffällt, dann ist nämlich das vorhin genannte Vertrauensverhältnis erstmal deutlich angeknaxt. Also ich kann es verstehen, die Motivation ist immer da, aber wenn das irgendwie dann doch auffällt, dann ist es nicht mehr so schön.

Speaker 2 Ja, klar. Super. Ja. Prima. Dann Olli, viel Zeit.

00:50:53Speaker 1 Dankeschön. Und wir sehen uns spätestens beim Schamtisch irgendwann, ne? Ja, klar. Okay. Okay. Gut.

Speaker 3 Tschüss.

Speaker 1 Tschüss. Ciao. Hier bin ich wieder und mache alleine mal einen Aussprecher zu dieser Folge. Ich hoffe, es hat euch gefallen, das Interview. Wir versuchen alsbald eine neue Folge zu machen. Kleine Anmerkung noch zu. Olli' Aussage betreffend den Keimen und den Viren an Bord in der Klimaanlage hat mich natürlich so ein bisschen erschreckt.

00:51:24Speaker 1 Ich dachte, oh, das hatte ich mir eigentlich irgendwie besser vorgestellt. Und hat mich natürlich jetzt gerade mal so ein bisschen schlau gemacht, also betreffend der Filter an Bord. Ja, die Luft wird gefiltert Ja, in meiner alten 737 wurde das nicht gemacht, aber ich kann mich natürlich jetzt im Nachgang auch ganz deutlich erinnern, dass ich bei meiner Musterzulassung für den A380 natürlich auch komplett in den Flieger rumgegangen bin, also mir jede der offenen Löcher in der Werft, wo man so reingucken konnte, anschauen.

00:51:55Speaker 1 angeschaut habe. Unter anderem war ich auch hinten oder in der Mitte sozusagen in der Schlangengrube drin. Das ist da, wo die ganzen Klimaanlagenschläuche zusammenkommen, wo die Packs, wie wir es nennen, die Klimaanlagen In der Mitte des Fliegers sitzen und da waren die Technik gerade dabei, Filter auszutauschen. Die waren wirklich beeindruckend. Die waren so, kennt ihr diese Gartenlaubsäcke, wo man so Gartenkram reintut, also so Durchmesser, so einen Meter. die wurden da ausgewechselt. Das waren Luftfilter, das sind Heperfilter, die Bakterien und Staub aus der Luft rausfiltern, wenn die Luft umgewälzt wird.

00:52:31Speaker 1 Diese Filter sind nicht klein genug, um Viren direkt rauszufiltern. Das schaffen die nicht. Da muss man ganz andere Filtersysteme einsetzen. Ich glaube, das gilt auch für Masken, aber da lasse ich mich belehren. Aber ich hätte mir sagen lassen, so ein Virus, der fliegt ja nicht alleine in der Luft rum, sondern der ist in der Regel an irgendwas gebunden. Tröpfchen, Staub, irgendwas klebt da dran. Und wenn man die ausfiltert, ist man auch sehr effektiv dran. solche Viren selber ausfiltern. 100% nein, das ist es nicht, aber relativ gut können diese Filterbakterien auf jeden Fall und aber auch damit auf Viren

00:53:05Speaker 1 die an irgendwo anhaften, abfiltern. Also von der Seite ist es gut und und in der Tat nochmal noch zur Bestätigung die Luft, die zirkuliert wird. Und das ist sogar am Bobby auch gewesen. Wir hatten da zwar Zwei Zonen bei dem alten bei der alten 737, zwei Zonen, wo wir die Temperatur kontrollieren konnten. Zwei Schalter. Der eine war vorne im Cockpit und der andere war Kabine. Jetzt könnte man meinen, haha, also mit anderen Worten, es gibt nur die Cockpit-Zone als Kabinenluft und Die Kabinenluft oder Kabine als eine Zone.

00:53:37Speaker 1 Aber dem ist ja nicht so, sondern die Zuführung der Luft führt ja über mehrere Kanäle über die Über die Bins wird die Luft reingeführt und unten am Boden abgesaugt und das sind mehrere Zonen sozusagen, wo abgegriffen. und separat entschleuchender wieder in den zentralen Mixer reingeführt wird und bei modernen Flieern, denn auch vorgefiltert wird. größeren Flugzeugen und da sind mittlerweile dann auch wirklich Zonen eingeführt, bei denen man separat dann noch die Temperaturen in dem Bereich kontrollieren kann.

00:54:10Speaker 1 Also nochmal so als Nachgang und dass man natürlich, wenn man neben einem sitzt und oder vor einem Sitz oder hinter einem Sitz und der hustet da ganz gewaltig seine Tröpfchen raus, dass man dann nicht davor gefeit ist, noch was abzubekommen. Das war mir so schon bewusst, aber wie gesagt, mit dem Gesundheitsamt, das fand ich dann auch sehr spannend. Ich hoffe trotzdem, dass ihr trotzdem sozusagen immer noch in den Flieger steigt, dass ihr

00:54:40Speaker 1 vor allen Dingen uns auch immer noch gewogen bleibt und uns weiter zuhört. Und wenn ihr Fragen habt, ihr kennt das ja, ich versuche das mal wieder hier richtig zu buchstabieren. Über Twitter at fragcfwo oder natürlich über E-Mail oder über die Webseite könnt ihr jederzeit Feedback geben. Ich hoffe, die nächste Folge kommt alsbald und ich bedanke mich. Ganz herzlich für das Zuhören. PS, kleiner Nachtrag, den bin ich euch noch schuldig.

00:55:10Speaker 1 Geschichten aus der Kabine, wie es so schön heißt. Was habe ich gerade gehört? Kollegen fliegen gestern. Flug zurück. Gäste, viele haben Masken an, sind ganz entsetzt, dass die Kollegen keine Masken haben. Sind aber selber natürlich mit den Händen immer im Gesicht und fummeln sich die Masken zurecht. Damit sie geschützt sind, ist ja alles gut, ist auch gut so. Dann sehen Sie, dass die Kollegen selber keine Masken tragen. Und was machen sie?

00:55:40Speaker 1 Sie nehmen aus ihrer Tasche mit den bloßen Händen zwei unverpackte Masken und bieten sie den Kollegen an.

Speaker 4 Sehr nette Geste. Sehr toll, die Kollegen sagen, sie haben darauf verzichtet. Mit diese Worten schicke ich euch als endlich in den schönen Abend wiederhören